Auswirkungen des Eichgesetzes aus dem Jahr 1817

Verständlicherweise brachte der Vollzug so weitreichender Änderungen viele Probleme mit sich. Auch hier zeigte der Herzog Weitsicht, indem er den kostenlosen Umtausch der alten Maße gegen neue vorsah. Obendrein verfügte er, dass über dieses Gesetz vor versammelten Gemeinden gesprochen, dass es öffentlich angeschlagen und in den Schulen gelehrt werden sollte. So gelang eine zügige Einführung der neuen Maße und die anfangs eingerichtete Maß- und Gewichtskommission konnte bereits 1821 wieder aufgelöst werden.

Die Auswirkungen wurden allgemein positiv beurteilt, so dass auch die umliegenden Staaten auf dieses System aufmerksam wurden. Es dauerte aber noch nahezu 50 Jahre, bis im Zuge des norddeutschen Bundes ein einheitliches neues Maß- und Gewichtssystem eingeführt wurde. Auch Hessen schloss sich diesem an, hatte dabei aber nur geringe Änderungen seines bisherigen Systems vorzunehmen. Zum Beispiel bedurfte es bezüglich des hessischen Pfundes keiner Änderung und die hessische Elle entsprach genau 60 cm der neu eingeführten Längeneinheit 1 m. Erst zu dieser Zeit kam es dadurch in Hessen-Darmstadt und im preußischen Hessen-Kassel zu einheitlichen Maßen. 

Besonderes Augenmerk wird dem Umstand gewidmet, dass Geräte manipuliert werden können. Mit Hilfe von Sicherungsstempeln (Sicherungsmarken) wird erreicht, dass eine Manipulation jederzeit erkennbar ist. Diese Art des präventiven Eichens ist nicht allgemein verbreitet. In der europäischen Gemeinschaft gibt es Staaten, in denen das repressive System vorherrscht. In Deutschland findet sich das repressive Verfahren in allen Bereichen der Marktüberwachung wie z. B. bei der Überprüfung von Fertigpackungen.

Ob das präventive oder das repressive System letztlich das Geeignetere ist, kann nicht allgemein beanwortet werden. Während beim präventiven System der Verwender eines Messgerätes davon ausgehen kann, dass alles in Ordnung ist, geht das repressive System davon aus, dass Hersteller und Verwender die Richtigkeit des verwendeten Gerätes jederzeit selbst sicherstellen. In letzterem Fall ist also die Verwantwortung stärker hin zum Verwender delegiert.

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